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Ein Abend voller Chaos und Gefühle
Stellt euch vor, ihr seid auf einer Party, auf der alle so tun, als hätten sie ihr Leben im Griff – aber in Wirklichkeit stolpert jeder über seine eigenen Gefühle. Genau dort beginnt das Chaos. Ein falsches Wort hier, ein überhörtes Geständnis da, und plötzlich wird aus harmloser Plauderei ein emotionales Durcheinander, das selbst die klügsten Köpfe nicht mehr entwirren können.
Viel Lärm um nichts? Oder ist da doch mehr dahinter?
Kaum ist der Krieg vorbei, beginnt in Messina ein anderes Schlachtfeld – leiser, aber nicht weniger gefährlich. Flirten, Streiten, Gerüchteküche auf höchster Stufe. Zwei, die sich ständig beleidigen, sind eigentlich heimlich ineinander verliebt. Ein fieser Typ sorgt mit einer Lüge fast für eine Katastrophe, alle drehen kurz durch – und am Ende klärt sich alles, alle heiraten… und der ganze Stress war im Grunde: viel Lärm um (fast) nichts.
Fryk präsentiert: „Wir spielen Shakespeare (und verlieren die Kontrolle)“
Das diesjährige Stück der deutschsprachigen Theatergruppe Fryk liess wohl keinen Raum mehr für weniger Chaos. Besonders die Inszenierung verstärkte dies noch einmal mehr. Eine gespielte Gruppe voller Amateure versuchte sich dem Stück anzunehmen. Natürlich ging einiges dabei schief. Von vergessenen Texten bis zu verpassten Einsätzen war alles dabei. Die Reibereien der Amateurgruppe untereinander schien auch nicht gerade zu helfen. Besonders wenn zwei anscheinend verliebte Figuren sich uneinig sind und das ganze mit einer (ungeplanten!) Ohrfeige endet. Diese ganze Inszenierung bot Platz für das einbauen von unzähligen Metawitzen, die den komedialen Aspekt so noch einmal verstärkten.
Während die Kostüme eher zeitgerecht waren, liessen sie sich die Freiheit bei der Musik auf eher modernere Stücke zu greifen. So kam es das an einem Maskenball lautstark zu „Earned It“ von The Weekend (eine Paverne?) getanzt wurde. Diese wurde auch sehr fleissig geübt. Besonders während der Probewoche in den Sportferien wurde getanzt, gespielt oder Wasser auf der Bühne verschüttet. Diese anstrengende Zeit war aber nicht nur gut für das Stück sondern auch für die Theatergruppe an sich. Immer wider wurde gemeinsam geredet, gelacht und gegessen, viel gegessen. Der neu erhaltene Sandwichmaker stärkte den Gruppenzusammenhalt noch zusätzlich. Diese ganze investierte Zeit und Arbeit zahlte sich schlussendlich aus bei den Aufführungen.
Unser besondere Dank geht an Noé und Mathea, unsere beiden Regieassistentinnen, die mit unglaublich viel Engagement dazu beigetragen haben, dass unsere Auftritte ein solcher Erfolg wurden. Vielen Dank auch an Christoph Blanc, der nun schon das vierte Mal bei den Theaterstücken von Fryk Regie geführt hat. Er lässt der Gruppe immer sehr viel Platz für eigene Ideen und Wünsche, so das das Stück zu einem Produkt von 15 (?) kreativen Köpfen werden konnte. Seine lockere Art trägt auch viel dazu bei, dass wir Ansicht nur eine Verbindung von Schauspielern sind, sonder Freunde. Immer wieder macht die Gruppe gemeinsam Aktivitäten und stärkt so den Zusammenhalt. Umso schwieriger, wenn einige Leute diese Jahr wohl ihr letztes Mal auf der Bühne gestanden sind.
Scheinwerferlicht flammt auf – einige stehen in voller Montur bereit für ihren ersten Auftritt, andere suchen panisch hinter der Bühne ein Requisit oder kleben sich voller Vorfreude ihren falschen Bart an. Die diesjährige Produktion war eine Achterbahnfahrt: Von ausgelassenem gemeinsamem Herumspringen und Singen bis hin zur kollektiven Verzweiflung war alles dabei.
„6 Geschichten auf einer Bühne“ lautete die diesjährige Produktion. Anders als in den vergangenen Jahren führten wir diesmal kein klassisches Theaterstück auf, sondern sechs Kurzgeschichten. Das Besondere daran: Die Regie übernahmen erfahrene Mitglieder der Theatergruppe, die sich ihre Geschichten selbst aussuchten, sie für die Bühne adaptierten und die Regie führten.
Das Endresultat: sechs einzigartige Geschichten, bei denen wirklich von Allem etwas dabei war:
Es begann mit der selbstgeschriebenen Geschichte von Karim Buchs «Das stumme Mädchen», welche das tragische Schicksal eines jungen, an Schizophrenie leidenden Mädchens erzählt.
Weiter ging es mit Wolfgang Borcherts „Das Brot“ unter der Regie von Selin Korkmaz. Die Geschichte handelt von einem Ehemann, der heimlich Brot isst, und wirft tiefgründige Fragen zur Ehrlichkeit in Paarbeziehungen auf.
„Lamb to the Slaughter“ von Roald Dahl unter der Regie von Amélie Roos erzählt die tragikomische Geschichte von Mary, die mit einer Lammkeule den vermeintlich perfekten Mord begeht.
Nach der Pause ging es weiter mit Maupassants unheimlicher Geschichte „La Chevelure“ unter der Regie von Aline Kneubühl. Ein Mann verliebt sich in einen Zopf – kann das Gutgehen?
Die berühmte Kurzgeschichte „Das Fenstertheater“ von Ilse Aichinger unter der Regie von Florence Stattenberger, hob sich durch seine ausgeweitete Spielfläche besonders hervor. Sie beschreibt, wie eine Karen getäuscht wird, als sie einen älteren Herrn herumalbern sieht. Die Gardinenpolizistin stürmt schliesslich mit der Polizei im Schlepptau dessen Wohnung, als sich herausstellt, dass der Mann in Wirklichkeit mit einem Kind kommunizierte. Florence platzierte das Kind und die hysterische Dame auf der Bühne und den älteren Herrn neben der Technik – dies sorgte für viele lustige Momente.
Zum Schluss gaben wir noch einmal alles mit Ray Bradburys „There Will Come Soft Rains“ unter der Regie von Christoph Blanc. Dies war mit Abstand das anspruchsvollste Stück, da wir uns unzählige Abläufe einprägen mussten. Die zusätzliche Schwierigkeit: Es wurde auf Englisch gespielt. Zusammengefasst behandelt die Geschichte das Ende der Menschheit – nicht jedoch das Ende ihrer automatisierten Maschinen, die weiterhin in Betrieb bleiben. Da es, wie erwähnt, keine Menschen mehr gibt, mussten wir alle Maschinen spielen, was zu vielen witzigen Momenten führte, in denen wir gemeinsam die absurdesten Ideen umsetzten.
Es war wie immer eine tolle Produktion, in der wir viele neue Leute kennengelernt und vor allem jede Menge Spass hatten.
Nach den ganzen anstrengenden Wochen schließen wir das Jahr traditionell mit einem Improbattle gegen die FMS ab.
Lilli Glockner für FryK
…oder wohl doch nicht, wie man in unserem diesjährigen Stück sehen konnte. Die bekannte Tragikomödie, Romulus der Grosse, von Friedrich Dürrenmatt, handelt von dem römischen Kaiser Romulus. Er lebt zusammen mit seiner Frau Julia und seiner Tochter Rea im königlichen Palast in Rom. Man könnte meinen die germanische Gefahr würde sie alle zusammenschweissen, ein idyllisches Familienleben sieht jedoch ganz anders aus. Besonders er und seine Frau können sich wohl nicht ausstehen, denn sie kriegen sich immer wieder in die Haare. Romulus’ grosse Leidenschaft zu seinem Federvieh scheint wohl auch nicht zu helfen. Anstelle sich mit der Rettung seines Reiches zu beschäftigen, züchtet er lieber Hühner und vergleicht Preise von Hühnerfutter. Genau diese Leidenschaft verbindet ihn aber mit seinem grössten Feind, dem germanischen Feldherr Odoaker, wie sie bei ihrem ersten Zusammentreffen herausfinden. Ein Gespräch über Hühnerzucht scheint wohl zuerst angebrachter als eins über Politik. Noch komischer wird es dann, als sich beide dem anderen unterwerfen wollen. Wie das wohl für das römische Weltreich ausgehen wird?
Besonders spannend fanden wir es, dass wir unsere eigene Interpretation des Stücks spielen konnten. So wurde zum Beispiel aus Cäsar Rupf der schweizerische Käsar Rupf und die Hühner von Romulus tragen Namen wie Trumpus oder Puttinus. Auch der Römische Gruss wurde zu einem freshen Handschlag mit den Worten «Römisches Reich forever». Ziemlich zynisch, wenn man bedenkt, dass diese Worte von Romulus stammen, der eigentlich von Anfang an den Untergang seines Reiches plante.
All diese Ideen entstanden in unserer Probewoche, während den Sportferien. In unzähligen Stunden haben wir gemeinsam geprobt, gegessen und gelacht, um schliesslich unser Stück dem Publikum zeigen zu können. Wir hatten eine super Zeit alle zusammen und sind als Gruppe wirklich zusammengewachsen. Besonders unsere Leidenschaft zu Mate hat uns verbunden, sie war fast mit Romulus’ Hühnerleidenschaft zu vergleichen.
FryK präsentierte im Dezember 2023 zum ersten Mal das beliebte St.Nikolaus-Marionettentheater für Kinder auf deutsch.
FryK misst sich einmal im Jahr mit FMS-Theater, der Theatergruppe der Fachmittelschule Freiburg.
Das Ganze findet natürlich im Rahmen absoluter Kollegialität und dem Spass am Zusammenspiel mit unserer Lieblingstruppe Fryburgs (neben uns...) statt.
BIG BROTHER IS WATCHING YOU!
Dies war das Zitat unseres diesjährigen Theaterstücks, basierend auf dem Roman “1984” von George Orwell. Er erzählt die Geschichte von Winston Smith und seinem Leben in einem Staat, in dem alles überwacht wird. Die Bewohner dieser Zeit glaubten an die Devise des Staates, die wie folgt lautete: «Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke.» Während alle bedingungslos dem Regime folgen, hat Winston da seine Zweifel. Diese werden nur noch mehr verstärkt, als er auf die von Natur aus rebellische Julia trifft. Trotz all der Verbote und Überwachung beginnen die beiden eine Liebesbeziehung und beginnen den Staat mehr und mehr zu hinterfragen. Wird das wohl gut gehen?
Besonders spannend fanden wir die Aktualität der Themen in unserer jetzigen Zeit, aber auch erschreckend, dass George Orwell mit seiner Geschichte so genau die heutige Situation einiger Staaten widerspiegelt.
Wir fanden es auch sehr beeindruckend, wie die Bewohner dieses Staates alles glaubten und nichts hinterfragten. Viele glaubten sogar etwas Gutes zu tun, obwohl sie Personen und Familien mit ihrem Handeln zerstörten. Sie hatten auch nicht Angst davor Gewalt anzuwenden, wie zum Beispiel Folter.
Besonders anspruchsvoll, aber auch spannend, fanden wir es den Rollen gerecht zu werden und ihre Lebensumstände wahrheitsgetreu darzustellen. Da wir nur zu sechst waren, hatten wir alle mehrere, verschiedene Rollen. Wir mussten also schnell umdenken, da jeder Charakter verschiedene Charakteristiken, Weltansichten und Lebensumstände hatte. Auch das Überbringen der düsteren Atmosphäre war nicht immer einfach.
Auch wenn es ein sehr dramatisches Stück war, war das Proben nicht so düster, wie man vielleicht denkt. Es hat unglaublich viel Spass gemacht und besonders in der Probewoche sind wir als Gruppe zusammengewachsen. Jede Probe war anders und wir hatten immer etwas zum Lachen.
Wir hatten viel Freude daran unsere harte Arbeit nach vielen intensiven Wochen mit dem Publikum teilen zu können und die darauffolgenden Reaktionen zu sehen.